Traumasensible Osteopathie & Somatic Experiencing (SE)®
In meiner osteopathischen Praxis verbinde ich körperorientierte Osteopathie mit einer traumasensiblen Haltung sowie Übungen und Techniken aus dem Somatic Experiencing (SE)®. Dadurch entsteht eine besonders achtsame und zugleich wirksame Begleitung für Menschen, deren Beschwerden mit Stress, Überforderung oder belastenden Lebens- und Traumaerfahrungen in Zusammenhang stehen können.
Somatic Experiencing (SE)® ist eine psychobiologische Methode zur Lösung traumatischen Stresses und wurde von Dr. Peter A. Levine entwickelt. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass traumatische Erfahrungen nicht allein kognitiv gespeichert werden, sondern vor allem im autonomen Nervensystem. Wenn überwältigende Situationen nicht vollständig verarbeitet werden konnten, bleibt ein Teil dieser Aktivierung im Körper gebunden.
Die Arbeit mit Somatic Experiencing (SE)® unterstützt den Organismus dabei, diese gebundene Energie schrittweise abzubauen und die natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation wiederzuentdecken.
Ein wesentliches Element dabei ist der sogenannte Felt Sense — ein oft feines, zunächst schwer greifbares inneres Körpererleben, das das Gesamtgefühl einer Situation ausdrückt. Über die achtsame Wahrnehmung dieses inneren Erlebens entsteht ein direkter Zugang zum Nervensystem.
In kleinen, gut dosierten Schritten — in Somatic Experiencing (SE)® auch Titration genannt — wird das Erleben so begleitet, dass der Körper zwischen Aktivierung und Entspannung pendeln kann (Pendulation). Dieses behutsame Hin- und Her unterstützt das Nervensystem darin, Sicherheit, Orientierung und Regulation neu zu erfahren.
Ich befinde mich derzeit im dritten Ausbildungsjahr (Advanced Year) der dreijährigen Weiterbildung zum Somatic Experiencing Practitioner (SEP™), die ich im Frühjahr 2027 abschließen werde. Die Inhalte dieser Weiterbildung fließen bereits jetzt in meine osteopathische Arbeit ein. Dabei achte ich besonders auf feine Körpersignale, Spannungsmuster sowie autonome Reaktionen des Nervensystems.
So entsteht ein Behandlungsraum, in dem körperliche und emotionale Prozesse sich in ihrem eigenen Tempo entfalten und lösen dürfen — sanft, ressourcenorientiert und stets mit Blick auf Stabilität, Sicherheit und Selbstregulation.
Somatoemotionale Entspannung
Somatoemotionale Entspannung beschreibt das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele sowie die Verbindung struktureller, emotionaler und mentaler Ebenen unseres Erlebens.
Körperliche und seelische Belastungen können sich im Organismus als Spannungsmuster manifestieren. Häufig sind diese mit Emotionen wie Angst, Wut, Frustration oder Traurigkeit verbunden. Bereits sehr frühe Erfahrungen — auch rund um Schwangerschaft und Geburt — können dabei eine Rolle spielen.
Durch die achtsame Begleitung körpereigener Bewegungs- und Regulationsimpulse können gebundene Spannungen und zurückgehaltene emotionale Prozesse behutsam in Bewegung kommen. In der traumasensiblen Osteopathie bedeutet dies, gespeicherte Stress- und Schutzreaktionen des Körpers aufmerksam wahrzunehmen und sicher zu begleiten.
Dadurch kann wieder mehr Lebendigkeit, Energie und innere Beweglichkeit entstehen.
Lebenskrisen, Trauma und psychosomatische Gesundheit
Lebenskrisen, chronischer Stress und traumatische Erfahrungen beeinflussen unsere körperliche und seelische Gesundheit oft tiefgreifend.
Fragen wie:
- Wann entsteht Krankheit?
- Welche Rolle spielen Körper und Psyche für unsere Gesundheit?
- Wie stärken wir unsere Resilienz und Selbstheilungskräfte?
begleiten meine therapeutische Arbeit und mein eigenes Verständnis von Gesundheit.
Die Belastungen unserer Zeit zeigen sich zunehmend in psychosomatischen Beschwerden und Erkrankungen wie Depressionen, Burnout, Erschöpfungszuständen, Essstörungen oder hormonellen Dysbalancen infolge von Dauerstress.
Im Gesundheitssystem werden Körper und Psyche häufig noch getrennt betrachtet. Die osteopathische Sichtweise versteht den Menschen hingegen als Einheit von Körper, Geist und Seele.
Auch die psychosomatische Medizin hat diese Verbindung in den Mittelpunkt gestellt, weil viele Erkrankungen unserer Zeit nicht mehr losgelöst von ihren körperlichen und emotionalen Wechselwirkungen verstanden werden können.
Ich bin überzeugt davon, dass ein ganzheitlicher, ressourcenorientierter und salutogenetischer Ansatz wesentlich zur Gesundung beitragen kann. Dabei geht es nicht nur um die Behandlung von Symptomen, sondern darum, die eigene innere Regulation, Lebenskraft und Selbstwahrnehmung wieder zu stärken.
Auch meine persönlichen Erfahrungen mit Lebenskrisen haben mir gezeigt, dass Krisen zugleich die Möglichkeit zur Neuorientierung und inneren Entwicklung in sich tragen können.
Meine Buchempfehlung
- Dr. Gabor Mate „Wenn der Körper nein sagt“
- Rüdiger Dahlke „Krankheit als Symbol“
- Peter Levine „Sprache ohne Worte“
- Dr. Joe Dispenza „Schöpfer der Wirklichkeit"
"Zum Trauma wird ein Ereignis, wenn es unsere Schutzhülle verletzt und uns mit einem Gefühl der Überwältigung und Hilflosigkeit zurücklässt." (Zitat: Peter Levine)
"Traumatisierende Erlebnisse haben vielerlei Gestalt. Verkehrsunfälle, Stürze, Operationen, schwere Krankheiten, Verletzungen, der Verlust eines nahen Menschen, Vernachlässigung in der Kindheit oder pränatale Bedrohung im Mutterleib gehören genauso dazu wie Krieg, Naturkatastrophen oder sexualisierte Gewalt. Auch scheinbar gewöhnliche Ereignisse wie medizinische Behandlungen, ein Hundebiss, das Miterleben von Gewalt im Fernsehen können traumatisieren." (Somatic Experiencing Deutschland e.V., o. J.)
In der Osteopathie ist die Trinität von Körper, Geist und Seele untrennbar vereint.
Der Körper hat ein Zellgedächtnis, indem traumatisches Erleben gespeichert wird. Sollte diese Zellerinnerung in einer osteopathischen Behandlung auftauchen, braucht es einen achtsamen Umgang und die Integration dieser Energie.

